10. März 2010 - PR 23/2010
Prof. Anton Kathrein, Vorsitzender der ZVEI-Landesstelle Bayern
München, 10. März 2010 – Die bayerische Elektroindustrie hat die Wende geschafft, aber es bleiben noch Hürden. „Die konjunkturelle Wende ist eingeläutet, aber die Nagelprobe für die Elektroindustrie wird das zweite Halbjahr 2010 und das erste Halbjahr 2011 sein“, sagte Prof. Dr. Dr. h.c. Anton Kathrein, Vorsitzender der Landesstelle Bayern und Vizepräsident des ZVEI, auf der Jahrespressekonferenz der Landesstelle in München zur Lage der Elektrotechnik- und Elektroindustrie. Denn dann steht verstärkt die Finanzierung neuer Projekte an, bei der sich die Banken bislang schon zurückhaltend zeigten.
„Wir beginnen 2010 den Aufholprozess“, so Kathrein, „aber machen wir uns nichts vor: Er kann holprig verlaufen und bis zur Rückkehr auf das Niveau von 2008 ist es noch ein langer Weg, der vier bis sieben Jahre in Anspruch nehmen dürfte.“ Zuversichtlich stimme, dass die für die Elektroindustrie treibenden Trends weiterhin intakt seien. Mehr Energieeffizienz, die Schonung des Klimas und der natürlichen Ressourcen durch umweltfreundliche Technologien, Fortschritte bei Elektromobilität und die weltweit hohe Nachfrage nach moderner Infrastruktur – dies alles sei ohne die Produkte und Systeme der Elektroindustrie nicht zu haben.
Auf der Grundlage einer aktuellen Verbandsumfrage zur wirtschaftlichen Lage der bayerischen ZVEI-Mitgliedsfirmen betonte Kathrein, „dass unsere Firmen inzwischen auch zu unserer eigenen Überraschung positiver gestimmt sind“. So glauben immerhin bereits über 50 Prozent der bayerischen Elektro-Firmen, dass sich die Geschäftserwartungen im Inland und im Ausland gegenüber 2009 verbessern werden. Nur noch ein sehr geringer Prozentsatz (unter fünf Prozent) glaubt an eine Verschlechterung. Erfreulich sei auch die Bereitschaft zu investieren. Ein Drittel der bayerischen ZVEI-Mitgliedsfirmen will die Investitionen erhöhen und nur noch ein knappes Viertel weniger investieren.
Der ZVEI insgesamt erwartet für das laufende Jahr, dass die (preisbereinigte) Produktion der gesamten deutschen Elektroindustrie um drei bis vier Prozent und der Umsatz von 145 auf 150 Milliarden Euro steigen. Die Exporte dürften sich um fünf Prozent erholen.
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